Sieger im Wettbewerb „Innovation schafft Vorsprung“ für öffentliche Auftraggeber gekürt

BMWi und BME prämieren DVV, Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Polizei Sachsen 

Berlin/Frankfurt, 14.02.2017  Sieger im Wettbewerb „Innovation schafft Vorsprung 2017“ für öffentliche Auftraggeber sind die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (DVV), der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Polizei Sachsen. Der vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) initiierte Preis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Verliehen wurde der Award auf dem „Tag der öffentlichen Auftraggeber“ vom Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer, und Dr. Silvius Grobosch, Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand des BME. Im Rahmen der Veranstaltung treffen sich jährlich Fach- und Führungskräfte aus Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen sowie öffentlich-rechtlichen Unternehmen zum Erfahrungs- und Informationsaustausch. 

Mit dem Preis „Innovation schafft Vorsprung“ werden beispielhafte Leistungen öffentlicher Auftraggeber bei der Beschaffung von Innovationen und der Gestaltung innovativer Beschaffungsprozesse ausgezeichnet. BMWi und BME treten gemeinsam für mehr Innovationen im öffentlichen Beschaffungswesen ein.


Uwe Beckmeyer: Die diesjährigen Preisträger haben innovative Lösungen bei der Beschaffung entwickelt – nicht nur zum eigenen Vorteil, sondern auch zum Nutzen Ihrer Kunden und Ihrer Lieferanten. Aber auch mehr Klimaschutz, mehr Bürgernähe oder gesellschaftliche Nachhaltigkeit waren positive Folgen. Bei einem Gesamtbeschaffungsvolumen von ca. 350 Mrd. Euro liegt hier viel Potenzial.“

Dr. Silvius Grobosch: „Die Entwicklung von Innovationen und deren Umsetzung in die Praxis ist für eine moderne Industrienation wie Deutschland unverzichtbar. Die Siegerkonzepte des diesjährigen Wettbewerbs ‚Innovation schafft Vorsprung‘ zeigen, wie neue, innovative Beschaffungskonzepte maßgeblich zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit beitragen und dabei eine Vorbildfunktion für Projekte in anderen Institutionen und Kommunen haben.“ 

Preisträger Duisburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (DVV)

Die DVV arbeitet als lokaler Energiedienstleister mit mehr als 2.800 Lieferanten zusammen, darunter viele kleine und mittelständische Betriebe aus der Region Duisburg. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich angespannten Lage dieser Region ist der Zugang zu Kapital für die DVV und ihre Zulieferer zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs sehr wichtig.

Die DVV hat sich deshalb dazu entschlossen, ein Lieferantenportal einzuführen, dass diesen Anforderungen gerecht wird. Dazu stellt das Unternehmen täglich 500.000 Euro Liquidität auf dieser Plattform zur Verfügung. Vorteil für die Lieferanten: Sie können auf diesen Betrag per Mausklick zugreifen, indem sie eine bereits freigegebene Rechnung online zur früheren Bezahlung anfordern. Vorteil für die DVV: Bei Begleichung der Rechnung wir ein im Vorfeld zwischen der DVV und dem Lieferanten vereinbarter Zinssatz für die frühere Bezahlung angewendet, der der DVV als Skontoertrag zugute kommt.

Mit der Plattform zur Diskontierung von Lieferantenrechnungen hat der Einkauf der DVV eine Win-Win-Situation für das Unternehmen und für die Lieferanten geschaffen. Während die DVV von zusätzlichen Skontoerträgen profitiert, erhalten die Lieferanten über die Plattform eine höhere Transparenz bezüglich des Freigabestatus ihrer Rechnung sowie die Möglichkeit, die freigegebenen Rechnungen früher anzufordern.

Preisträger Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) 

Erklärtes politisches Ziel des LWL ist es, die Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung möglichst in Unternehmen am ersten Arbeitsmarkt zu fördern.

Auch wenn das novellierte Vergaberecht ausdrücklich die Möglichkeit direkter Privilegierung und die Berücksichtigung sozialer Belange vorsieht, bleibt die konkrete Ausgestaltung und Praktikabilität dieser Normen jedoch noch recht vage.

Unter Ausschöpfung der vergaberechtlichen Handlungsoptionen hat der LWL eine Beschaffungsstrategie entwickelt, die eine möglichst direkte Bevorzugung von Integrationsunternehmen vorsieht. Soziale Kriterien werden bei allen Auftragsvergaben des LWL konkret und konsequent angewendet und bieten auch nachweisbare wirtschaftliche Vorteile.

Der LWL-Einkauf fertigt seit 2012 eine halbjährliche Vergabestatistik an, unterhält eine Lieferantendatenbank und führt regelmäßige Zufriedenheitsbefragungen durch. Ergebnis: Im Zeitraum Januar 2014 bis Juni 2016 wurden insgesamt 555 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 2,44 Millionen Euro an Integrationsunternehmen vergeben.

Preisträger Polizei Sachsen 

Ziel der Polizei Sachsen war es, durch die dauerhafte Implementierung von Elektrofahrzeugen in den Fuhrpark die Klimaschutzziele der Bundesregierung bezüglich der Reduzierung von Schadstoffemissionen zu unterstützen. Weiterhin sollte durch den öffentlichkeitswirksamen Einsatz der Fahrzeuge als Funkstreifenwagen Werbung für das Thema Elektromobilität insgesamt innerhalb und außerhalb der Polizei gemacht werden.

Die Polizei Sachsen verfügt über 44 Fahrzeuge verschiedener Hersteller in ihrem Elektrofuhrpark. Entwickelt wurden  die Fahrzeuge vom Polizeiverwaltungsamt gemeinsam mit den Fahrzeugherstellern aus serienmäßigen Fahrzeugen. Das Ergebnis sind schadstoffarme Funkstreifenwagen, die über die polizeitypische Ausstattung verfügen (Sondersignal und Digitalfunkanlage) und im Regelbetrieb eingesetzt werden.


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